Auf der Relationautica: Soziale Interaktion unter spekulativen Bedingungen

Am 05. und 06. Oktober findet im Funkhaus Grünau die “Relationautica” statt – laut Veranstalter “eine Fusion aus Kongress – Festival – Spielplatz” rund um das Thema Beziehungen. Das Preenaction-Team stellt im Rahmen von moderierten Spiel-Sessions (am 05.10. ab 16 Uhr) das Spiel als Instrument sozialer Interaktionsforschung auf die Probe.

Lassen sich Gesellschaftsspiele nutzen, um zwischenmenschliches Verhalten und die Ausbildung von Beziehungen unter spekulativen Bedingungen zu erforschen, um so mögliche Zukünfte und alternative Realitäten in ihrer sozialen Dimension vorwegzunehmen? Inwiefern kann das Spiel dabei über die konkrete Spielsituation hinausgehende Erkenntnisse liefern?

Können Spiele, die auf sozialer Interaktion realer Akteure beruhen, etwas erlebbar machen, was sich dem kognitiven Zugang entzieht und so eine auf Erfahrung und Empfindung basierende Form der Zukunfts- und alternativen Wirklichkeitsforschung anstoßen?

Wie beeinflussen die im Spiel modellierten Bedingungen das Verhalten einzelner Spieler und ihre Beziehungen untereinander? Welche Variablen eines Spiels sind konstitutiv für die Ausbildung bestimmter Verhaltensweisen und Beziehungsformen?

Welche Beziehungen stiftet das Spielen eines Spiels über die konkrete Spielsituation hinaus? Was lernt der Spieler über sich selbst und sein Verhalten in spekulativen sozialen Situationen, die sich erst aus dem Spielprozess ergeben und im Detail nicht vorhersagbar sind?

Diese Fragen beschäftigen uns in der Entwicklung der Methode “Preenaction“. Testspiel-Sessions auf der Relationautica werden neben den themenfokussierten Fragestellungen der einzelnen Spiele auch diese methodologischen Aspekte in den Blick nehmen.

Am 05.10. spielen wir ab 16.00 Uhr:

Eschaton: Wie verändern sich unsere Beziehungen, wenn bei knappen Ressourcen  Teilen zur Norm wird? Wie verändert steigender Selbsterhaltungsdruck das eigene Verhalten und das gesamte Beziehungsgefüge? Wie wirkt sich die Sichtbarkeit / Unsichtbarkeit von Besitz auf die Ausbildung von Vertrauen und Misstrauen aus? Welche sozialen Konventionen greifen in Situationen, die nicht vom Regelwerk des Spiels determiniert sind?

The Digital Afterlife: Wie verändert sich unser Verhalten, wenn der Tod nicht mehr absolut ist und wir zu Lebzeiten unser digitales Nachleben programmieren, das sich aus unseren Geschichten und ihrer sozialen Bewertung speist? Welche Kriterien für ein erinnerungswürdiges Lebens bilden Gemeinschaften aus, mit welchen Konsequenzen? Wie fühlt es sich an, mit einem Avatar zu kommunizieren, der über eingeschränkte Fähigkeiten in der zwischenmenschlichen Interaktion verfügt?

Das persuasive Spiel Rumble in the Jungle verführt den Spieler zu Faulheit – und möglicherweise in eine tödliche Sackgasse. Welche sozialen Dynamiken entstehen in einem Umfeld, in dem nur durch Kooperation Hindernisse überwunden werden können, am Ende aber jeder für sich alleine kämpfen muss?

 

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