Eschaton

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Ein Preenaction Spiel zur Erfahrbarmachung und Erforschung von Verhalten und sozialer Interaktion unter Bedingungen des Teilens.

Von Fabian Arlt, Andreas Bückle, Karolin Hosenfelder und Sigrún Sól Ólafsdóttir.

 

 

Wir teilen gerne. Die Shared Economy, als wirtschaftliches und soziales System, das geteilten Zugang zu Produkten, Daten und Zeit erm����glicht, gewinnt immer mehr an Bedeutung. So wird auf Online Plattformen von Autos bis Zahnbürsten fast alles getauscht, geteilt und geliehen. Sharing beeinflusst unser aller Leben viel mehr, als jemals zuvor. Wir teilen gerne. Der Collaborative Consumption kann die Welt verändern.

Teilen wir gerne? �������������Eschaton“ soll – bei allem Spielspaß – nicht nur die Gemüter erfreuen, sondern uns ebenso wissenschaftliche Erkenntnisse liefern. Die als Preenaction bezeichnete Herangehensweise nutzt Spiele als Quelle menschlicher Emotion und Interaktion, zeichnet diese auf und wertet sie aus. Typischerweise erforscht Preenaction mögliche zukünftige Realitäten. Preenaction zielt durch eine Störung im System auf eine Verhaltensänderung ab, indem sie eine auf die Gegenwart gerichtete Reflexion auslöst und somit eine Differenz zwischen Gegenwart und Zukunft schafft. Bei ���Eschaton��� handelt es sich nun um einen Prototypen zur experimentellen Erforschung menschlicher Verhaltensweisen und sozialer Interaktion unter Ressourcenknappheit und der Konvention, alles teilen zu müssen. Experimente werden als neue Form der Auseinandersetzung mit alternativen “Als ob”-Realitäten verstanden. Variable Strukturen dienen als experimentelle Vorlage für alternative, zukünftige, angenommene Zukunftsszenarien. Hierbei stehen die Bedingungen für Wandel, sowie die Frage nach dem sozialen Verhalten der einzelnen Menschen bzw. Spieler im Vordergrund. Was passiert also, wenn Menschen bei vorherrschender Ressourcenknappheit (gesetzlich) dazu gezwungen werden, die ihnen verbliebenen Ressourcen zu teilen, die sie selbst für ihre eigene Versorgung benötigen? Wie ändert sich das Verhalten zudem mit dem Wissen über eine nahende Katastrophe? Und wird ein Bezug zur Gegenwart aufgestellt?

Das Phänomen Teilen hat einen beachtlichen Stellenwert in unserem Leben. Momentan teilen wir unsere Autos, Wohnungen und unser Essen, doch dahinter steckt eigentlich doch nur eigener Nutzen. Daher haben wir uns dieses Thema für unser Preenaction-Spiel gewählt, und zwar mit dem Ausgangsgedanken: Wieso teilen Menschen überhaupt? Gibt es altruistisches Teilen oder sind nicht alle, die teilen, nur maskierte Egoisten? Wie würde sich dieses Verhalten in Notsituationen ändern, wo wir es kaum schaffen, uns selbst zu ernähren?

Der Spieler erlebt somit in diesem Gesellschaftsspiel einerseits einen stetigen Konflikt zwischen den eigenen Interessen und den gruppenspezifischen Konventionen, andererseits die Herausforderung mit limitierten Ressourcen und wachsenden Zeitdruck in einer sich im Ausnahmezustand befindlichen Stadt umzugehen. Somit wird im Spielverlauf ersichtlich, unter welchen Bedingungen die Menschen anfangen zu kooperieren und wann sie sich doch lieber zurückziehen, um allein den Weg zum Ziel zu beschreiten. Bei der Analyse der sozialen Interaktion und menschlichen Verhaltensweisen ziehen wir verbale und non-verbale Kommunikation, individuelle Emotionen der Spieler und die Entstehung von Vertrauen und Misstrauen innerhalb der Gruppe mit ein. Wer mitspielt, lässt sich auf ein Abenteuer ein. Bisherige Testspiele waren intensiv und emotional – dies bestärkt uns in unserer These, dass sich in „Eschaton“ tats��chlich ein Stück Zukunft auftut.

 



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