The Digital Afterlife

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Ein Preenaction Spiel zur Erfahrbarmachung und Erforschung unseres Verhaltens im Umgang mit digitalen Lebensformen nach dem Tod. 

Von Lothar Hartmann, Ulrike Schäfer und Lorenz Vierecke.

2025: Die Digitalisierung von Lebenswelten ist weit vorangeschritten. Wir konsumieren und produzieren tagtäglich so viele Daten wie noch nie zuvor. Das Leben jedes einzelnen ist komplett auswertbar geworden und führt zu einer Auflösung der Privatsphäre. Natürlich ergeben sich aus den enormen Datenmengen auch neue Geschäftsmodelle, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, aus diesen Datenmengen neue Dienstleistungen zu entwickeln.

Seit einem Monat gibt es nun ein neues Angebot im Netz, das „DIGITAL AFTERLIFE“. Es handelt sich hierbei um eine Plattform, die eine neue Form der Trauerhilfe möglich machen soll. Auf Grundlage einer algorythmischen Auswertung sämtlicher Daten, die eine Person zeitlebens hinterlässt, wird ein Avatar programmiert, der auch nach dem Ableben die jeweilige Person repräsentiert und kommunikationsfähig hält. Das neue Angebot ist revolutionär, der Traum der Unsterblichkeit in greifbarer Nähe.

Vier Menschen trifft unabhängig voneinander ein schwerer Schicksalsschlag, eine nahestehende Person stirbt. In Anbetracht dieser Situation beschließen die Personen das neue Angebot „DIGITAL AFTERLIFE“ wahrzunehmen und treten mit ihren verstorbenen Mitmenschen in Kontakt. Das Programm kreiert ein völlig neues Verhältnis zum Tod. Der Tod scheint eine neue Qualität zu bekommen und die Innovation entwickelt sich über die Jahre rasant zur sozialen Konvention. Es ist nun möglich, über seinen Tod hinaus auf die Nachwelt Einfluss zu nehmen. Doch nicht jede Lebensgeschichte hat ein Digital Afterlife verdient, daher wird die Erinnerungswürdigkeit der verschiedenen Episoden eines Lebens von der Afterlife-Community bewertet.

Welche der vier Personen wird eine erinnerungswürdige Lebensgeschichte erzählen und wie wird sie die Nachwelt beeinflussen?