Generative Spiele

Spieler entwickeln die Strukturen, Regeln und Handlungsbedingungen zur Erreichung eines Ziels in einem zuvor nur durch Meta-Regeln und Meta-Tools bestimmten Systems selbst. Dadurch entstehen neue Vorstellungen von Systemen in Abhängigkeit von den den Spielern eingeräumten Handlungsbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Beobachtungsperspektive ist: Die Bedingungen der Systemgestaltung ändern sich –> Welches Verhalten wird sichtbar und welche Systemvarianten werden durch die neuen Möglichkeiten geschaffen resp. enacted?

In der generativen Spielform “erspielen” Spieler ein zuvor weitestgehend unbestimmtes System, für das es in der alltäglichen Erfahrungswelt keine Entsprechung und für deren Aufgaben- und Problemstellung es zu Spielbeginn auch keine absehbare oder übertragbare Lösung gibt. Auf der Basis von Meta-Spielprinzipien, die spekulative Interventionen in den Entstehensprozess alternativer Systementwürfe darstellen, erarbeiten Spieler selbst möglichen Systementwürfe.

Gegenstand spielbasierter Forschung sind dabei sowohl die in den Prozess eingebrachten Regeln, Rollen und Tools und die durch sie enacteten Spielhandlungen als auch die im Spielprozess erarbeiteten Systementwürfe. Generative Spiele modellieren also noch keine abgeschlossenen Spielbedingungen, sondern beziehen die Spieler durch auf Meta-Ebene geskriptete, aber veränderbare Handlungsbedingungen in den Entstehensprozess ein. Ein verwandetes Spielprinzip ist Nomic (vgl. Suber 1982). Auf diese Weise können auch neue Techniken für die Steuerung der Interaktion in spielbasierten Experimentalsystemen getestet und weiterentwickelt werden.

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